Guelman & Unbekannt at Affordable Art Fair Berlin 2026

Arena Berlin, Eichenstraße 4, 12435, Berlin

16. April 2026 – 19. April 2026

Erschwingliche Kunst ist mit anderen Worten Kunst für das Volk – und unweigerlich eine Form der Pop-Art, wie locker wir den Begriff auch definieren mögen. Es arbeitet mit populären Ideen auf nicht offensichtliche Weise oder verwendet umgekehrt vertraute visuelle Sprachen, um unerwartete Konzepte auszudrücken. Am Stand der Guelman & Unbekannt Gallery präsentieren vier Künstler vier unterschiedliche Ansätze zu dieser Prämisse. Der etablierteste Name, Vladimir Sorokin, arbeitet mit dem, was wohl die einzig wahre russische kulturelle "Marke" ist: große russische Literatur – ihre Gravitas, ihr Mythos, ihr tolstojewskianisches Gefühl des Ewigen. Er präsentiert raffinierte, handgemachte Grafiken, die im Moskauer Konzeptualismus verwurzelt sind, selbst eine der wenigen international anerkannten Bewegungen in der zeitgenössischen russischen Kunst. Die Galleristin Marat Guelman tritt hier in Zusammenarbeit mit der Gruppe ±comma in der Rolle eines Künstlers auf. Seine Drucke stellen sich vor, wie verschiedene ikonische Figuren eine Atomexplosion darstellen könnten. Das Projekt umfasst zwei sehr "marktfähige" Elemente: Die ultimative Angst der Menschheit und sofort erkennbare künstlerische Stile, poliert auf einen Museums-Shop-Glanz. Es überrascht nicht, dass die Werke KI-generiert sind, wodurch sie direkt an der Spitze der aktuellen intellektuellen Mode stehen. Marina Koldobskaya präsentiert das Projekt Favourite Artists (oder, wie die Galerie es umrahmt, Last Great Artists): Porträts von Künstlern aus einer früheren Ära, insbesondere von denen, die sich erfolgreich in erkennbare Marken verwandelt haben. Gleichzeitig behauptet sie ihre eigene Autorenstimme mit einer Art bewusst altmodischer, fast modernistischer Kühnheit. Die Arbeiten werden auf einem iPad von Hand gezeichnet und als limitierte Drucke auf Leinwand und Papier produziert. Die vierte Künstlerin, Ales Kochevnik, konstruiert Assemblagen aus ihren eigenen leuchtenden Landschaftsbildern und verwandelt sie in Rucksäcke, Taschen, Koffer und Taschen. Das Thema Nomadentum, das durch den postkolonialen Diskurs längst in den Mainstream aufgenommen wurde, gewinnt im Kontext einer neuen Welle von эмиграия erneut an Unmittelbarkeit: Ein Leben lebte "aus dem Koffer" (oder, wie die Deutschen es ausdrückten, aus dem Koffer). Gleichzeitig stellt die Künstlerin die Suffizienz der Malerei selbst in Frage: Es wird nur Material, Rohsubstanz für etwas anderes, wo Oberfläche und Rückseite das gleiche Gewicht tragen. Besuchen Sie uns am Stand G1 auf der Affordable Art Fair.

Guelman & Unbekannt at Affordable Art Fair Berlin 2026