Lithuanian Artists Union, Vokiečių gatvė 4, 01130, Vilnius
5. August 2026 – 28. August 2026
Obwohl Maria Arendt und Vaiva Lanskoronskytė mit verschiedenen Materialien und künstlerischen Sprachen arbeiten, treffen ihre Praktiken auf ein gemeinsames Interesse an der Erinnerung als lebendiger, geschichteter Struktur. Für Vaiva Lanskoronskytė entfaltet sich die Erinnerung durch gefundene Objekte, Drucke und Fragmente der Stadtlandschaft. Ihre Arbeiten beginnen mit der Erfahrung der Verlagerung und der Entdeckung unbekannter Umgebungen, aber sie zeigen, wie tief verwurzelte Wahrnehmungsmuster die Art und Weise, wie wir sehen, weiterhin prägen. Neue Orte löschen die Vergangenheit nicht aus; Stattdessen aktivieren sie es. Die Landschaften, die aus Berlins verworfenem Material entstehen, kehren unerwartet auf die Felder Litauens zurück, was darauf hindeutet, dass Erinnerung nicht nur etwas ist, an das wir uns erinnern, sondern etwas, durch das wir die Welt wahrnehmen. Maria Arendt nähert sich der Erinnerung durch Textilien. Stoff wird zu einer Form der Architektur, während die Rückseite der Arbeit, Stiche, Knoten und Zeitungsfragmente in verschiedenen Sprachen Spuren gelebter Erfahrung bewahren. Das Gegenteil ist nicht mehr verborgen, sondern wird zum Ort, an dem Prozess, Zeit und Transformation sichtbar bleiben. Ihre textilen Strukturen ähneln tragbaren Unterkünften, temporären Kapellen oder Häusern, die von Ort zu Ort getragen werden und über Bewegung, Zugehörigkeit und die fragilen Arten, wie wir die Welt bewohnen, nachdenken. In den Werken beider Künstler werden Oberflächen zu Archiven. Eine Wand, ein Stück Stoff, eine Zeitung oder ein gefundenes Objekt tragen alle Beweise der Zeit. Ihre Schichten können nicht vollständig gelöscht werden; Jede neue Erfahrung setzt sich mit früheren zusammen und schafft eine komplexe materielle und emotionale Landschaft. Anstatt die Erinnerung als Nostalgie darzustellen, betrachtet diese Ausstellung sie als eine aktive Kraft, die die Gegenwart weiter prägt. Es fragt, wie Orte in uns bleiben, wie Materialien Erfahrung absorbieren und wie die Spuren, die wir tragen, Teil dessen werden, wer wir sind.